Gesundheitsversorgung für Alle

Wir leben in einem reichen Land, das viel Geld für sein Gesundheitssystem auszugeben bereit ist.  Trotzdem gibt es Gruppen von Menschen, die keinen oder nur schlechten Zugang zur medizinischen Versorgung haben. Das sind vor allem solche, die nicht dem Bild vom selbstbewussten, mündigen Patienten und neuerdings auch gerne Kunden von Gesundheitsleistungen entsprechen.

Das sind z.B.

Alte Menschen, Besonders in Heimen ist die (fachärztliche) Versorgung unzureichend.  Es sollte zu den Qualitätskriterien eines Heimes gehören, wie die medizinische Versorgung organisiert wird. Fachärztliche Versorgung muss sichergestellt sein.

Menschen mit Behinderungen  haben es schwerer für sie passende Praxen zu finden, in denen sie entsprechend ihren Bedürfnissen empfangen und behandelt werden. Praxen und Kliniken müssen unter vielen Aspekten barrierefreier werden.

Geflüchtete brauchen Unterstützung, um sich im Gesundheitswesen zurechtzufinden und für sie passende Praxen zu finden. Die Finanzierung von Sprachmittlern und anderen Formen von Übersetzungshilfen sind weiter nicht geklärt.

Menschen ohne Papiere haben weiter keinen geregelten Zugang zum Gesundheitswesen. Es ist nicht mit ärztlicher Ethik vereinbar, dass deren Versorgung weitgehend durch ehrenamtliche Arbeit und persönliches Engagement einzelner Praxen organisiert werden muss. Mangelnde medizinische Versorgung führt zur Verzögerung der suffizienten Behandlung und damit zu Chronifizierung  oder zu Notfällen. Der Fond der  Clearingstelle ist keine ausreichende Lösung, wir fordern weiter einen anonymen Krankenschein.

Im Ausschuss Grundrechte sehen wir es als unserer Aufgabe diese Versorgungslücken zu beschreiben, mit den Betroffenen und ihren Vertretern ins Gespräch zu kommen und im Rahmen der Möglichkeiten der Ärztekammer Lösungsvorschläge zu erarbeiten.