Gleichberechtigung der Geschlechter in Gesundheitsberufen

Im Rahmen der veränderten Anforderungen und Wünsche junger Ärztinnen und Ärzte an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Wandel in der Organisationsstruktur ärztlicher Tätigkeit erforderlich:

Dies betrifft nicht nur die Weiterbildung und die anstehende Bewertung ihrer Qualitätsindikatoren, sondern in entscheidender Weise einen Wandel im Verständnis des Berufsbildes und der Personalentwicklung von Ärztinnen und Ärzten. Hierbei sind die Kammern gefragt ihre Mitglieder repräsentativ zu vertreten. Vor allem sie sind in der Lage, den verschiedenen Akteuren (Politik, Krankenhausträger usw.) Beratung zu Richtpunkten anzubieten, die aus Sicht der Ärztinnen und Ärzte (entwickelt z.B. in Qualitätszirkeln, Weiterbildungsumfragen, Fortbildungsveranstaltungen) eine Weichenstellung zur größeren Berufs- und Karrierezufriedenheit bewirken.

Berufszufriedenheit und gute patientenorientierte Versorgung sind eng mit einander verknüpft. Sich mit der erforderlichen Zeit um seine Patientinnen und Patienten kümmern zu können und nicht durch Verwaltungsaufgaben und Auseinandersetzung mit ökonomischen Vorgaben belastet zu sein ist für Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis wichtiger denn je.

Insbesondere an Kliniken fehlt es darüber hinaus an Anerkennung dessen, was Ärztinnen und Ärzte auch jenseits der reinen Leistungserbringung täglich leisten.Unter diesen Gesichtspunkten läßt sich ärztliche Arbeit so organisieren, dass ein gutes Berufs-und Privatleben miteinander vereinbar sind.

Impulse aus der Ärzteschaft i.S. der vielzitierten life-domain-balance existieren bereits:

Unterschwellig wirksame Stereotypien und verkrustete Strukturen in Institutionen, Personalabteilungen und auch in der ärztlichen Leitungsebene können nur durch die Benennung konkreter Maßnahmen verändert werden, z.B. durch Entzerrung der unterschiedlichen Erwartungen an Ziel- und Leistungsvereinbarungen, planbare Arbeitszeiten, länger laufende Arbeitsverträge, Mentoringprogramme, Karrierebüros, Abbau von Bürokratie-Routine, verbindliche Verpflichtung leitender Ärzte zu mitarbeiterorientiertem Arbeiten.

Ärztliche Berufspolitik ist aufgerufen, diese Forderungen weiterzuentwickeln und öffentlich zu vertreten.